Autor: Suse

Erfolgreicher Saisonabschluss bei den Lichtensteiner Vereinsmeisterschaften

Erfolgreicher Saisonabschluss bei den Lichtensteiner Vereinsmeisterschaften

Traditionell endet für die Breitensportler die Sommerrodelsaison in Zwickau. Bei den Lichtensteiner Vereinsmeisterschaften auf der Plastikrennschlittenbahn am Westsachsenstadion fiel gleichzeitig die Entscheidung im BSD-Sommercup, dessen dritte und letzte Wertung auf dem Programm stand.

Mit 32 Startern von der Jugend A bis zu den Senioren A konnte sich der gastgebende Verein über einen neuen Teilnehmerrekord freuen. Der Schierker RBV war mit fünf Sportlern vertreten. Bei trockenem Wetter und Sonnenschein herrschten noch einmal beste Bedingungen für einen schönen Rodeltag. Nach zwei Trainingsläufen folgten zwei Wertungsläufe – traditionell mit Schlittentausch, sodass sich die Sportler in jedem Lauf auf ein anderes Sportgerät einstellen mussten.

Für Susette Vouilléme lief es bei den Seniorinnen besonders gut. Nach den Wertungsläufen lag sie vor Mandy Linz aus Manebach und Yvonne Homann aus Zella-Mehlis und sicherte sich damit nicht nur den Tagessieg in Zwickau, sondern auch den Gesamtsieg im BSD-Sommercup.

Einen langen sportlichen Tag hatten Jan Bielenski und Sven Zieprich bei den Senioren C. Ihr Vormittag begann bereits mit dem ersten Eis-Training auf der Startanlage in Oberhof. Anschließend ging es von Thüringen direkt weiter in die Zwickauer Sonne. Offenbar hatte Jan am Vormittag ein wenig mehr Reserven übriggelassen: Er belegte am Nachmittag Platz vier, während Sven mit Rang sechs vorliebnehmen musste.

Hans-Jürgen Schnellbach überließ beim Rennen den Sportlern des gastgebenden Vereins den Vortritt und belegte bei den Senioren A den dritten Platz vor František Halíř aus Tschechien. Dafür gelang ihm an anderer Stelle das Kunststück des Tages: Mit lediglich drei Tausendstelsekunden Unterschied zwischen seinen beiden Wertungsläufen erzielte er die kleinste Zeitdifferenz aller Teilnehmer und sicherte sich damit den Titel des Lichtensteiner Vereinsmeisters. Eine bemerkenswerte Leistung – schließlich wurden die beiden nahezu identischen Zeiten auf zwei verschiedenen Schlitten gefahren.

Als Preis durfte Hans-Jürgen neben dem Titel auch ein Bierfass mit nach Hause nehmen. Dieses gab er kurzerhand an den Schierker RBV weiter und wird es bei nächster Gelegenheit mit seinen Vereinskameraden teilen.

Auch in der Gesamtwertung des BSD-Sommercups waren die drei Schierker Herren gut vertreten. Bei den Senioren A sicherte sich Hans-Jürgen Schnellbach den dritten Platz. In der Klasse der Senioren C beendeten Jan Bielenski und Sven Zieprich die Sommercup-Serie auf den Plätzen vier und fünf.

Die Jüngste im Schierker Team heute durfte sich gleich doppelt freuen. Leni Zieprich gewann bei der Jugend A und nahm am Ende gleich zwei Pokale mit nach Hause: einen für ihren Sieg bei den Lichtensteiner Vereinsmeisterschaften und einen weiteren für ihren Gesamtsieg im BSD-Sommercup.

Damit ist die Sommersaison 2026 offiziell beendet. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht. In den kommenden Wochen steht noch einmal intensives Training auf dem Programm, bevor es für die Kinder im November zum Landesverbandslehrgang nach Oberhof geht. Die Breitensportler folgen wenig später: Am ersten Adventswochenende starten auch sie – ebenfalls in Oberhof – in die neue Wintersaison.

Nach Sonne, Plastikbahn und Schlittentausch heißt es dann wieder: Eis unter den Kufen!

Alle Ergebnisse findet ihr hier! Und die Gesamtauswertung hier!


oplus_1048576
oplus_1048576

20. Ostseepokal – Rodeln, wo andere Urlaub machen

20. Ostseepokal – Rodeln, wo andere Urlaub machen

Was als „dumme Idee“ für eine Ersatzveranstaltung begann, hat inzwischen echte Tradition: Zum 20. Mal zog es die Sommerrodler Anfang September an die Ostsee nach Barth. Seit dem ersten Ostseepokal im Jahr 2003 hat sich das ungewöhnliche Straßenrennen zu einem festen Termin entwickelt – auch wenn das Jubiläum in diesem Jahr wetterbedingt eher mit Regenjacke als mit Badehose begann.

Die ersten Teilnehmer reisten am Donnerstagabend an und wurden am Freitag zunächst von Dauerregen begrüßt. An Training war nicht zu denken, also wurde kurzerhand das Alternativprogramm gestartet: Für die Schierker Sportler und Betreuer ging es nach Stralsund ins Ozeaneum – Kultur und bunte Fische statt Rodeltraining. Das obligatorische erste Fischbrötchen gab es anschließend stilecht im Regen. Erst am Abend hatte das Wetter ein Einsehen. Die Straße trocknete ab und es konnten doch noch einige Trainingsfahrten absolviert werden.

Rodeln zwischen Kenz und Redebas

Am Samstagvormittag blieb es schließlich trocken, dafür machte kräftiger Wind den Teilnehmern zu schaffen. Traditionell wird beim Ostseepokal auf der Straße zwischen Kenz und Redebas gefahren. Die Strecke führt einen geraden Abhang hinunter und endet nach einer Linkskurve im Ziel. Für zusätzliche Schwierigkeit sorgen die aufgestellten „Reifentore“, die auf dem Weg passiert werden müssen – ganz so einfach, wie eine gerade Straße zunächst aussieht, ist der Ostseepokal also nicht.

Nach zwei Trainingsläufen standen drei Wertungsläufe auf dem Programm. Zum 20-jährigen Jubiläum war das Starterfeld mit 13 Sportlern aus vier Vereinen zwar überschaubar. In vielen Altersklassen bedeutete das einen sicheren Platz ganz oben auf dem Podest.

Eine Altersklasse war allerdings bestens besetzt: Bei den Senioren C zeigte sich, dass die Ostsee offenbar auch Rodler zurück auf den Schlitten lockt, die sonst nur noch selten an Wettkämpfen teilnehmen. Fünf Sportler gingen hier an den Start. Um möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen, wurden zwischen den Läufen die Schlitten getauscht. Nach zwei Trainings- und drei Wertungsläufen stand das Ergebnis fest: Sven Zieprich vom Schierker RBV sicherte sich den Jubiläumssieg vor André Hederer, Jugendwart des ESV Lok Zwickau. Rang drei ging an Jan Bielenski vom Schierker RBV. Dahinter folgten Danny Reinhold vom ESV Lok Zwickau und Fabian Flachsbart vom RRC Waltershausen.

Auch bei den Senioren B gab es echte Konkurrenz. Steffen Hartig vom SSV Fortschritt Lichtenstein hatte Verstärkung aus den eigenen Reihen mitgebracht, setzte sich aber souverän gegen Thomas Weilbuchner durch. In den übrigen Altersklassen konnten sich die jeweiligen Starter über den Sieg freuen. Doch beim Ostseepokal geht es ohnehin seit jeher um mehr als Medaillen und Platzierungen. (Ergebnisse)

Eine „dumme Idee“, die seit 2003 lebt

Dass an der Ostsee überhaupt gerodelt wird, geht auf das Jahr 2003 zurück. Damals konnte der Sommerrodel-Wettkampf, der traditionell im Rahmen des Bobanschubs in Ilsenburg ausgetragen wurde, nicht wie gewohnt im Harz stattfinden: In Ilsenburg stand die Bob-Anschub-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Für den Rodelwettkampf musste also eine Alternative her – und daraus entstand eine zunächst ziemlich verrückt klingende Idee: Warum nicht einfach an der Ostsee rodeln.
Aus der spontanen Ersatzveranstaltung wurde der Ostseepokal und aus der „dummen Idee“ eine Tradition, die in diesem Jahr bereits ihre 20. Auflage feierte.
Durch die Corona-Jahre und den Neubau der Schierker Rodelbahn musste der Ostseepokal zwischenzeitlich einige Jahre pausieren. Seit zwei Jahren rollen die Schlitten nun aber wieder über die Straße zwischen Kenz und Redebas.

Rodeln an der Ostsee ist nie nur ein Sportevent. Es ist ein Erlebnis : ein Wochenende mit Freunden, Grillen, Strand und normalerweise auch einem Badeausflug und reichlich Sonne. Letztere machte sich beim Jubiläum zwar etwas rar, der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch.

Und so bleibt nach dem 20. Ostseepokal vor allem eines festzuhalten: Eine „dumme Idee“ kann erstaunlich lange halten.


20260905_093250
20260905_103207
20260905_104151
20260905_104427
20260905_104737
20260905_104750
20260905_113226
20260905_113722
20260905_113917
20260905_114030
20260905_174310
20260905_174335
20260905_174418
20260905_174452
20260905_174602
20260905_174834
20260905_175110
20260905_175541
20260905_180335
20260905_093250 20260905_103207 20260905_104151 20260905_104427 20260905_104737 20260905_104750 20260905_113226 20260905_113722 20260905_113917 20260905_114030 20260905_174310 20260905_174335 20260905_174418 20260905_174452 20260905_174602 20260905_174834 20260905_175110 20260905_175541 20260905_180335

Sommersonne und Rodelsport: Zwei Pokale an einem Wochenende

Sommersonne und Rodelsport: Zwei Pokale an einem Wochenende

Sommersonne statt Winterkälte, Rennrodeln statt Freibad – am vergangenen Wochenende wurde es auf der Tempton-Rennrodelbahn in Schierke wieder sportlich. Gleich zwei Pokale standen auf dem Programm: Für die Nachwuchsrodler bis einschließlich U18 ging es um den Barenbergpokal, die älteren Sportler kämpften beim Schierker Feuersteinpokal um die begehrten Trophäen.

Insgesamt 41 Starter aus acht Vereinen gingen an den Start. Die Altersspanne reichte dabei von gerade einmal sieben bis 70 Jahren und zeigte einmal mehr, wie breit der Rodelsport auf der Schierker Bahn aufgestellt ist. Neben den regulären Wettkämpfen gab es auch in diesem Jahr wieder den traditionellen Gästepokal, bei dem ehemalige Rodler und Gäste selbst einmal die Bahn testen konnten.

Drei Läufe, drei Schlitten und viel Sommer

Für die Sportler des Baren- und Feuersteinpokals standen jeweils drei Wertungsläufe auf dem Programm. Dabei wurde zwischen den Läufen der Schlitten getauscht, sodass nicht das Material allein über Sieg und Platzierung entschied und innerhalb der Klassen möglichst faire Bedingungen herrschten.

Bei sommerlichen Temperaturen bot die Schierker Bahn dabei wieder ihre ganz eigenen Herausforderungen. Was im Winter nach klassischem Rennrodeln aussieht, funktioniert schließlich auch bei Sonnenschein: Konzentration beim Start, die richtige Linie und möglichst wenig Zeitverlust auf den rund 300 Metern bis ins Ziel waren gefragt.

Barenbergpokal: Die Gäste haben die Nase vorn

25 Nachwuchsrodler gingen beim Barenbergpokal an den Start. Dabei zeigten sich die Harzer Sportler ausgesprochen gastfreundlich und überließen den angereisten Gästen einige der vorderen Plätze.

In der Jugend D männlich hatte Rafael Schnellbach vom Schierker RBV keine Konkurrenz und konnte sein Rennen damit für sich entscheiden. Bei den Jungen der Jugend C musste sich Jakob Hoff (Schierke) dagegen Tobias Riha vom RRC Altenberg geschlagen geben.

In der Jugend B blieb der Sieg dagegen wieder im Harz: Erik Albrecht setzte sich vor seinem Schierker Vereinskameraden Karl-Anton Neuerer durch.

Besonders erfolgreich waren die Gäste bei den Mädchen der Jugend A. Den Sieg holte sich Anna-Luisa Goldstein vom ESV Lok Zwickau vor ihrer Vereinskameradin Franziska Zöllner. Dahinter folgten mit Anna Ringler, Svenja Hahne und Charlotte Nette gleich drei Sportlerinnen vom RC Blankenburg auf den Plätzen drei bis fünf.

Bei den ältesten Nachwuchsrodlern im Barenbergpokal gingen die Siege schließlich wieder in den Harz. Leni Zieprich vom Schierker RBV setzte sich bei den Mädchen durch, während Lennox Laue vom RC Blankenburg bei den Jungen gewann. Platz zwei ging hier an Ben Flachsbarth vom RRC Walthershausen.

Feuersteinpokal: Mehr Pokale für die Harzer

Bei den über 18-Jährigen konnten die Harzer Sportler dann deutlich mehr Pokale für sich verbuchen – und damit auch den einen oder anderen Schierker Feuerstein mit nach Hause nehmen.

Bei den Herren blieb das Podium noch vollständig in sächsischer Hand. Die Brüder Streitenberger vom RC Blankenburg verpassten das Podium knapp und belegten die Plätze vier und fünf.

In der Seniorenklasse D gingen dagegen alle Pokale in den Harz: Benjamin Günther holte den Pokal für den RC Blankenburg vor Hans-Jürgen (Jr) Schnellbach, bei den Damen siegte Mariann Kestel (beide Schierker RBV).

Bei den Senioren C durfte sich der Schierker RBV gleich über zwei starke Ergebnisse freuen. Bei den Damen gewann Susette Vouilléme vom Schierker RBV. Bei den Herren ging der Sieg an Radek Riha, der eigens mit seiner Familie aus Liberec in Tschechien nach Schierke angereist war. Dahinter belegte unser Vize Sven Zieprich den zweiten Platz und nahm den kleineren Pokal mit nach Hause. Platz drei ging an Fabian Flachsbarth vom RRC Walthershausen.

Der Schnellste bekommt den großen Pokal

Eine besondere Tradition des Feuersteinpokals ist die Ehrung des Zeitbesten des gesamten Rennens. Über alle Altersklassen hinweg wird dabei der große Wanderpokal vergeben.

Auch in diesem Jahr war Konrad Köhler vom SSV Lichtenstein der Schnellste. Dabei verpasste er seinen eigenen Bahnrekord aus dem vergangenen Jahr nur denkbar knapp: Gerade einmal acht Tausendstelsekunden fehlten zu seiner Rekordzeit. Im kommenden Jahr könnte er den Pokal mit dem dritten Sieg in Folge endgültig sein Eigen nennen. Allerdings hat sein Bruder Tilmann für diesen Plan vorsorglich schon einmal Einspruch angekündigt. 😉

Gästepokal mit 13 Teilnehmern

Auch die Gästeklasse war in diesem Jahr wieder gut besetzt: 13 Gäste und ehemalige Rodler wagten sich auf die Schierker Bahn. Gefahren wurden zwei Läufe, von denen jeweils der bessere in die Wertung einging.

Für die Kleinsten war dabei schon die Suche nach einem passenden Schlitten eine kleine Herausforderung. Mit gerade einmal vier Jahren waren einige Teilnehmer noch so klein, dass erst einmal ein entsprechend kleines Gefährt gefunden werden musste. Getraut haben sie sich trotzdem – und zeigten dabei teilweise erstaunlich wenig Respekt vor der Bahn. Während die „Großen“ nach dem ersten Lauf schon überlegten, was sie wohl falsch gemacht hatten, fuhren die Kleinsten einfach los und machten es teilweise sogar besser.

Eine offizielle Wertung gab es für die Starter ab der regulären Starthöhe. Die Teilnehmer, die unterhalb dieser Höhe starteten, wurden mit einer Teilnahmeurkunde und Pokalen für die Kleinsten belohnt, die sie stolz nach Hause trugen. Für die regulär gestarteten Gäste gab es Urkunden und Pokale der Gästeklasse.

So war die Gästeklasse auch in diesem Jahr wieder eine schöne Mischung aus Rodelerfahrung und Nachwuchs-Mut – und sorgte nicht nur bei den Teilnehmern für viel Spaß.

Zum Testen wurde in diesem Jahr außerdem eine nicht gewertete Doppelkonkurrenz ausgetragen. Dabei gingen drei Gespanne an den Start. Die Brüder Konrad und Tilmann Köhler setzten sich mit deutlichem Abstand gegen die Brüder Streitenberger vom RC Blankenburg sowie das Doppel Günther/Schmeil durch.

Damit ging ein rundum gelungenes Rodelwochenende bei bestem Sommerwetter zu Ende. 41 Starter aus acht Vereinen, zwei Pokalwettbewerbe und 13 zusätzliche Gäste und Ehemalige sorgten für viel Betrieb auf und neben der Schierker Rodelbahn.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Rodlern allerdings nicht. Anfang September geht es zum 20. Ostseepokal nach Barth.